hat die Täter erwischt: 

„Bambi“ ist schuld, dass Brandenburgs „Wälder“ noch zu 70 Prozent aus Kiefern bestehen.

Kein Wunder, dass Dummbeutel über die „Lügenpresse“ schimpfen, und Vernünftige den Zeitungen – außer der NZZ Neuen Züricher Zeitung, –  nichts mehr glauben, und dass der Beruf des Journalisten zumindest schillernd, wenn nicht gar weitgehend in Verruf geraten ist.

Bei dem geballten Unsinn, der nicht nur im Radio, TV und Internet, sondern leider auch in Zeitungen Tag für Tag verzapft wird!

Halt, Halt! Mal langsam. Worum geht´s?

Also von vorn bzw. erstmal von hinten:

  1. Braucht Brandenburg ein neues Jagdgesetz?

Dazu haben nicht nur wir in der letzten Zeit allerhand gesagt und wollen das nicht wieder aufwärmen. Wir, und viele andere auch, haben klargestellt, dass die Kampagne des Ministers Vogel und seiner Gefolgsleute unter dem Titel „Wald vor Wild“ einen „Wald ohne Wild“ meint, um eigenes Versagen zu vertuschen, aber dass das nicht nur falsch sondern auch noch rechtswidrig ist.

Geschenkt.

  1. Aber: Journalisten müssen auch leben!

Klar, dummer Hinweis. Was hat das mit dem törichten Schalenwildkrieg in Brandenburg zu tun?

Das illustriert der folgende Fall:

Es gibt Journalisten, die entweder versuchen, so sachlich wie möglich zu schreiben, oder jedenfalls ihre eigene Meinung als solche zu kennzeichnen. Die meisten versuchen, objektiv zu bleiben – was immer das sein mag.

Aber dafür gibt es nicht immer Geld. „Good news are“ meistens uninteressant, „bad news are“ meistens „good news“ – es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen usw…. – und besonders lukrativ ist es oft, wenn man schreibt, was die politische Klasse, also sagen wir mal der Herr Minister oder so jemand, gern lesen will. Das kommt an und trägt zur Miete bei und zum abendlichen Korn und Bier. Umgangssprachlich wird z. B. ein Journalist, der für seine Schreibe direkt entlohnt wird, gern auch „Mietmaul“ genannt – ein wunderbarer alter Ausdruck, der in der heutigen Jugendsprache auch für den Rechtsanwalt herhalten muss.

So ein „Mietmaul“ ist Uwe Rada nicht!

das isser!

Schön zu wissen – aber, mit Verlaub, wer ist Uwe Rada und was hat er an dieser Stelle zu suchen?

  1. Jetzt kommts: die taz, das Reh, die Kiefer und der Waldbrand.

Uwe Rada ist ein wortmächtiger und vielschreibender, aber erkennbar nicht immer sauber recherchierender, Journalist der taz. Er hat nach unserer überschlägigen Rechnung mindestens 17 Bücher und unzählige Artikel geschrieben, und hat, wohl damit das klappt, mindestens 8 (acht) Stipendien, auch Recherchestipendien, bekommen (also „other peoples money“, sehr angenehm) – aber dafür halt auch munter publiziert und Preise gekriegt und ist öfter für solche nominiert worden – also ein literarisches Wusel vom Feinsten! Das kann man alles in seiner von ihm selbst und der Frau Gemahlin (und dem Herrn Bruder, vielleicht) nicht besonders gut gestalteten aber rumpelvollen website lesen.

„Nix gegen einzuwenden!“

Aber jetzt hat sich der Uwe zum Horst gemacht! Wenn sich jemand „zum Horst macht“, dann meint man damit, dass jemand etwas tut, das ihn blöd dastehen lässt.

Denn der Horst – Verzeihung, will sagen der Uwe – hat in der taz am 31.07.2022 einen Artikel geschrieben mit der schönen Überschrift:

„Schießt doch endlich!“.

Was will uns der Dichter damit sagen?

In Kürze – lest den Schmonzes (jiddisch für albernes Gerede oder Geschwätz) doch selber mal! – Folgendes:

In Brandenburg brennt der Wald an allen Ecken und Enden. Keiner sagt, wer daran schuld ist. „Warum zeigt keiner auf Rehe und Hirsche, die die Triebe der jungen Buchen und Eichen wegfressen und dem Waldumbau den Garaus machen?“ Aber. „Wer von Waldbränden und Waldumbau spricht, darf vom Jagdgesetz also nicht schweigen. Das weiß natürlich auch Axel Vogel…“, (der zuständige Minister), „Wald vor Wild“ war auch der Gedanke der Gesetzesnovelle von Axel Vogel.“
Und weiter: “Denn im Wald zählt jeder Schuss. Die Zeiten, in denen Waldumbauflächen eingezäunt wurden, um sie vor Verbiss zu schützen, sind vorbei. Zu teuer. Je weniger Wild es gibt, desto mehr richtiger Wald kann wachsen, und der brennt dann auch nicht einfach so ab.“

Dass dagegen über 67 Mio EURO für sinnlose ASP-Zäune nicht zu teuer sind, hat Herr Rada nicht gemerkt.

Und mault: “Doch Axel Vogel hat die Rechnung ohne die Jäger und ihre Lobby gemacht. So lautstark war der Protest, dem sich schließlich auch die CDU anschloss, dass Vogel seinen Gesetzentwurf im Mai zurückziehen musste. Auch im Brandenburger Kabinett, weiß man inzwischen, sitzen passionierte Jäger.“
Somit erklärt uns Uwe: “ nur schießen hilft. Sonst bleibt es in Brandenburg beim bisherigen Zustand „Wild vor Wald“. Das gefällt den Jagdpächtern und Trophäensammlern. Und es gefällt den Flammen.“
  1. Zum Inhalt dieses Artikels…

muss man nicht viel sagen. Er ist kein sachlicher Bericht über unterschiedliche Meinungen zu Wild Jagd und Waldbau, sondern ein PR-Artikel für ein bedenkliches Stück Gesetzesinitiative ohne Hintergrundrecherche, ohne „audiatur et altera pars“, ohne intelligente Würdigung, voll von Unsinn!

Ein Stück miserabler Journalismus, halten zu Gnaden!

  1. …und zur Wirkung.

Das ausgerechnet in einer Zeitung, die, ob man sie mag oder nicht, immer erfrischend kritisch mit der politischen Klasse umspringt, in ihrer eigenen Einschätzung vielleicht „das einzige Medium gegen Propaganda-Müll und Verlautbarungs-Dünnsäure“ oder ähnliche Verfallserscheinungen der deutschen öffentlichen Verlautbarungen ist, und sicherlich weder zur „Lügenpresse“ noch zum „Schmuseorgan der Mächtigen“ gemacht oder dafür gehalten werden will. Wie schreibt der taz-Leser  Lutz Ross in seinem Kommentar so schön: „Schade, dass es solche vereinfachten und einseitigen Artikel in die TAZ, Spiegel und andere Medien schaffen.“

Recht hat er, oder, Uwe?.

Dr. Wolfgang Lipps

 

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1 Beitrag

  1. Genau so unglaublich ist es, werter Dr. Lipps. Rehe zünden den Wald an und Fische brauchen mehr Licht. So eine aktuelle Nachricht aus Berlin. Die Grüne Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf will einen friedlichen kleinen Hafen am Berliner Pohlesee zwingen, für eine halbe Million Euro Stahlgitterstege zu bauen, damit die Fische mehr Licht bekommen. Sie argumentiert mit dem Wort „Verschattung“. Bleibt die Frage, wer oder was hier einen Schatten hat.


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